Exkursion

Auschwitz-Fahrt für junge Leute

zwischen 16 und 27 Jahren


Unsere Motivation:

8. Mai 1945: Kriegsende in Europa! Der Kontinent liegt in Schutt und Asche. Über 60 Millionen Menschen wurden Opfer des 2. Weltkrieges, der von – bis zu dieser Zeit – unvorstellbaren Gewaltexzessen, von Machtstreben, Diktatur und Rassenwahn geprägt war. Der 8. Mai wurde für Deutschland zum „Tag der Befreiung“, wie ihn Richard von Weizäcker nannte. „Nie wieder Krieg!“ war nicht nur eine Parole, sondern bittere Notwendigkeit.

Mutigen und vorausschauenden Politkern gelang es durch eine Politik des Ausgleichs, die Grundlagen für ein vereintes Europa zu schaffen, das wegen seiner Bemühungen um Frieden, Freiheit, Wahrung der Menschenrechte und Demokratie im Jahr 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Mit vereinten Kräften ist es gelungen, Europa aus einem Kontinent des Krieges in einen Kontinent des Friedens umzuwandeln.

77 Jahre lang lebten wir in Frieden, Freiheit und in demokratischen Verhältnissen. Frieden und Freiheit waren für uns selbstverständlich geworden. Doch Frieden ist Schwerstarbeit, Frieden braucht Mut, das lehrt uns gerade auch die jüngste Geschichte. Deshalb wollen wir jungen Leuten an geschichtsträchtigen Orten vermitteln und zeigen, was Diktatur, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus bewirken.

Durch die Projektarbeit an einem Ort, der schockiert, der aufzeigt, wozu Menschen in der Lage sind, sollen die Teilnehmer:innen nicht nur über die Vergangenheit informiert werden, sondern sich aktiv mit den Ursachen und Folgen eines totalitären und verbrecherischen Regimes auseinandersetzen. Denn wie wichtig die Entwicklung und Stärkung der Gedenk- und Erinnerungskultur ist, macht die aktuelle Entwicklung in Europa deutlich. Nationalismus macht sich nicht nur in Russland, sondern wieder in vielen Staaten breit. Rechtsextremismus und Antisemitismus nehmen wieder zu. Europa ist gefährdet!


Teilnahmebedingungen (Auszug):

Teilnehmen können alle Jugendlichen und junge Erwachsene als Einzelpersonen (nicht als geschlossene Gruppen, Klassen o.ä.)! zwischen 16 und 26 Jahren aus einem EU-Mitgliedsland bzw. die eine Aufenthaltserlaubnis für die gesamte EU haben und die der deutschen Sprache ausreichend mächtig sind. Minderjährige benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung ihres/ihrer Erziehungsberechtigten, welche die Teilnahme und die Erlaubnis umfasst, sich ggf. auch ohne Aufsicht frei bewegen zu dürfen. Für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 100,00 € verlangt.

Anmeldungen werden bis zum 1. September 2024 entgegengenommen, eine kostenfreie Abmeldung ist bis zum 8. September 2023 möglich. Danach müssen wir eine Stornogebühr in Höhe von 100,00 € pro TeilnehmerIn verlangen.

Die ausführlichen Teilnahmebedingungen sowie das verbindliche Anmeldeformular können Sie unter co@sdsaar.de anfordern bzw. hier herunterladen.


Das Programm:

Die Fahrt:

15. Oktober 2024:

05:30 Uhr:       Fahrt nach Auschwitz mit Filmen & Gesprächen zum Thema
20:00 Uhr:       Ankunft im Zentrum für Dialog und Gebet, Abendessen & Gesprächskreis

16. Oktober 2024:

Führung durch das Stammlager Auschwitz I &  Workshops

17. Oktober 2024:

Führung durch Auschwitz II (Birkenau), Workshop & Gedankenaustausch

18. Oktober 2024:

Recherche und Besichtigung der Stadt Oswiecim (Auschwitz) und des Jüdischen Zentrums, Biographie von drei ehem. Häftlingen

19. Oktober 2024:

Besichtigung von Krakau incl. Judenviertel, Abschlussgespräch

20. Oktober 2024:

6:00 Uhr:       Frühstück
6:30 Uhr:       Rückfahrt mit Zwischenstopp in Dresden, Ankunft gegen 23:30 Uhr

- Änderungen vorbehalten -

Die Seminare:

Zur Vor- und Nachbereitung der Fahrt finden an Samstagen Seminare statt, deren Teilnahme verpflichtend ist. Die Termine sind:

14. September 2024:

Einführungsseminar zum gegenseitigen Kennenlernen, Einführung in die Thematik sowie Organisatorisches. 

14. Dezember 2024:

Rückblick und Dokumentation der Reise mittels unterschiedlicher Medien: Einer Multimedia-Präsentation für die Veröffentlichung in sozialen Netzwerken (insbesondere Instagram), Artikel für Schülerzeitungen o.ä... 


Veranstalter:

Die Fahrt wird veranstaltet von der Stiftung Demokratie Saarland in Kooperation mit dem Landesjugendring Saar und gefördert vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) sowie dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes.



  • 15. Oktober 202420. Oktober 2024
    5:30 Uhr23:30 Uhr
  • AnsprechpartnerIn
    Carmen Oschmann
    0681 / 906 26 - 21
    co@sdsaar.de



Hillen, Werner

geb. 1948, Abitur am Gymnasium am Krebsberg in Neunkirchen, Lehrerstudium, 43 Jahre im Lehrberuf tätig, davon 33 Jahre Schulleiter.
Elf Jahre Projektarbeit mit Jugendlichen zu den Themen 1. und 2. Weltkrieg, Rassismus, Extremismus, Lagersystem im 3. Reich, Frieden und Europa. Erstellung von drei Wanderausstellungen: „Gestapo-Lager Neue Bremm", „Spurensuche" (2. Weltkrieg), „Edith Stein" und zwei Flyern: „Neue Bremm" und „Edith Stein" mit einer Auflage von jeweils über 10.000 Stück. Die Projektgruppe erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Seit 2013 Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). In Europa- und Friedensarbeit tätig. Schulbesuche mit Ausstellungen des Volksbundes. Zahlreiche Exkursionen mit Schulklassen, Vereinen, Verbänden, Soldaten der Bundeswehr, saarländischer Regierung und Staatstheater zu den Schlachtfeldern um Verdun, nach Auschwitz, mit Schülern zum KZ Natzweiler-Struthof; Internationale Workcamps mit Jugendlichen.

befreite KInder in Auschwitz

Befreite Kinder in Auschwitz


Auschwitz:
Der Lagerkomplex Auschwitz bestand aus drei größeren Teilen sowie weiteren 47 Außenlagern und Außenkommandos. Ursprünglich 1940 als Lager für Zwangsarbeiter gebaut (Stammlager Auschwitz I), wurde der Komplex 1941 um ein Vernichtungslager (Auschwitz II, Birkenau) und 1942 um das Arbeitslager Auschwitz III (Monowitz) erweitert. Nach Auschwitz wurden weit über eine Million Menschen aus ganz Europa deportiert, von denen - nach seriösen Schätzungen - mindestens 1,1 Millionen zu Tode kamen. Die weitaus meisten wurden mit Zyklon B ermordet, die anderen starben durch Folter, Krankheiten, Unterernährung, Menschenversuchen oder Exekutionen; überlebt haben etwa 200 000 Menschen.

Auschwitz I (Stammlager) war ursprünglich als Durchgangslager für Zwangsarbeiter gedacht, wurde aber durchgehend als Gefangenenlager genutzt, um reguläre Gefängnisse zu entlasten. Bei den anfangs 12 000, zum Schluss 20 000 Insassen handelte es sich überwiegend um politische Gefangene sowie um Kriegsgefangene.

Auschwitz II (Birkenau) war die größte Massenvernichtungsanlage Europas, in der 90 000 Häftlinge festgehalten wurden. Die meisten Ankommenden wurden jedoch unmittelbar nach ihrem Eintreffen getötet,  die Schätzungen gehen von etwa 900 000 aus. Ausschwitz II wurde von der UNESCO zum Teil des Weltkulturerbes erklärt.

Auschwitz III (Monowitz) wurde von der IG Farbenindustrie AG neben den Buna-Werken errichtet.  Hier waren mehr als 11 000 Zwangsarbeiter inhaftiert, die synthetisches Gummi und Benzin herstellen mussten.
In den Außen- und Nebenlagern wurden die etwa 40 000 Zwangsarbeiter vor allem auf landwirtschaftlichen Versuchsflächen, in Kohlebergwerken sowie in der Instandhaltung von Kriegsgerät eingesetzt.