Ausstellung zu Fotografien des Alltags der ehemaligen DDR

Dietmar Riemann

Foto-Grafiker

Eine Ausstellung der Stiftung Situation Kunst.

„Schaufenster, Häuserfassaden, Mauern, Schilder mit sozialistischen Parolen, aber auch die Landschaft und Menschen der Ostseeküste und kleiner Dörfer auf dem platten Land: Dietmar Riemanns Fotografien sind“, so schreibt Eva Wruck, „ein reicher Bilder-Fundes des Alltags der ehemaligen DDR.“ Dietmar Riemanns Ausreiseantrag Ende der 1980er Jahre sowie der Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR führte zu mehr als drei Jahren zermürbenden Wartens. Die in dieser Zeit entstandenen Fotografien zeugen vom alltäglichen Leben in der sozialistischen Diktatur. Sie nehmen den Menschen ebenso in den Blick wie die Umgebung mit ihren Begrenzungen und der fehlenden Freiheit.

Der sachlich-objektive Charakter des Fotografierens ermöglichte Riemann unverdächtig und sublim Kritik zum Ausdruck zu bringen. Die „dokumentarische Direktheit des Fotografischen war für das DDR-Regime vermutlich ein zentraler Grund für seine Unsicherheit im Umgang mit dem Medium Fotografie. Die Fotografien Riemanns machen sich das Dokumentarische zunutze, um das Nichtaussprechbare sichtbar zu machen, wobei die Wahl der Motive einen Hinweis auf die politische Haltung des Fotografen gibt und einen nicht durch die ideologische Brille gefärbten Einblick in das Leben in der DDR ermöglicht“, so Eva Wruck. Gerade Riemanns Aufnahmen von Wänden und die Serie der Schaufenster sind Beleg für das wache Bewusstsein und das genaue Hinsehen des Fotografen.

  • 13. Aug. – 24. Okt. 2024
  • Politische Akademie der SDS
    Europaallee 18
    66113 Saarbrücken

  • AnsprechpartnerIn
    Dr. Verena Paul
    0681 906 26 - 24
    vp@sdsaar.de


Schaufenster, 1986–89 © Situation Kunst / Dietmar Riemann

Fotografie: Marga Riemann, 1989 © Situation Kunst / Dietmar und Marga Riemann