Vorträge und Lesungen

Vortrag

Incels

Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults

„Stacy", „Chad", „Roastie", „blackpill", „Wristcel", „looksmaxing" oder „Femoid" sind Codes der sogenannten Incel-Subkultur. „Incel" ist die Kurzform für „Involuntary Celibate"- unfreiwilliger Zölibat. Dieser scheinbar unfreiwillige Zölibat konstituiert die komplette Identität dieser frustrierten jungen Männer: Sie hängen der fatalistischen Ideologie „Blackpill" an, nach der sie aufgrund der eigenen Hässlichkeit gezwungen seien, für immer ein Dasein als ungeliebter Einzelgänger zu fristen. Dennoch würden Frauen auch ihnen Sex schulden und müssten dafür bestraft werden, dass sie diesen verweigern. So fuhr im April 2018 der Kanadier Alek Minassian mit dem Auto in eine Menschenmenge, um Rache dafür zu nehmen, dass er immer noch keinen Sex gehabt hatte. Sein Vorbild war Elliot Rodger, Held der Incels, der 2014 sechs Menschen tötete, 13 weitere verletzte und ein über hundert Seiten langes Schreiben hinterließ, das zum Manifest der Incel-Bewegung wurde.

  • 21. Februar 2022 | 18:00 Uhr
  • Politische Akademie der SDS
    Europaallee 18
    66113 Saarbrücken

  • Livestream bei YouTube

  • AnsprechpartnerIn
    Carmen Oschmann
    0681 - 906 26 - 21
    co@sdsaar.de


Veronika Kracher

geb. 1990, studierte Soziologie und Literaturwissenschaften in Frankfurt am Main und Mainz. Sie ist seit 2015 als Journalistin für unterschiedliche Medien wie Neues Deutschland, Konkret, Jungle World oder das Antifaschistische Infoblatt und seit 2017 als Sprecherin zu den Themen Antifeminismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus tätig. 2020 erfolgte die Veröffentlichung des Buches „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults" im Ventil-Verlag. Seit 2021 ist Veronika Kracher im Recherche- und Monitoring-Projekt de:hate der Amadeu Antonio-Stiftung tätig und befasst sich in diesem Rahmen intensiv mit Online-Radikalisierung und Online-Rechtextremismus. Veronika Kracher lebt und arbeitet in Berlin.

we_path

Veronika Kracher