Vorträge und Lesungen

Vortrag

Solidarität

Vom 19. Jahrhundert bis zur Corona-Krise

Alle beschwören in der Corona-Pandemie die Solidarität – doch niemand weiß so recht, was das heißt: solidarisch sein! Höchste Zeit, diesen alten Begriff zu entstauben und neu unter die Lupe zu nehmen, seine spannende Geschichte voller Widersprüche, großer Gefühle und enttäuschter Erwartungen. Denn die Idee wechselseitiger Verbundenheit war zu unterschiedlichen Zeiten umkämpft – zugleich ist Solidarität für die Bewältigung gegenwärtiger Konflikte notwendig. Wer möchte nicht in einer solidarischen Gesellschaft leben? Doch die Vorstellungen davon, was mit Solidarität gemeint ist, haben sich im Laufe der Zeit verändert. Früher ein Begriff der Linken, wird er heute sogar von rechtsextremistischen Kreisen verwendet. Diesen Verschiebungen, Missbräuchen, Missverständnissen wird Dietmar Süß in seinem Vortrag von den Ursprüngen des Begriffs im 19. Jahrhundert bis zu seiner politischen Praxis heute nachgehen – und zeigen, wie sehr sich in ihm moderne Vorstellungen von Recht und Anerkennung, von Konsum und Arbeitsteilung widerspiegeln.

Am 26.09. und 28.11. um jeweils 19 Uhr können Sie sich Online tiefergehend mit dem Thema der Vortragsreihe beschäftigen. Das Format Let's talk about... bietet hierzu einen sicheren Raum zum Mitdenken und Mitdiskutieren. Hierfür bitten wir um separate Anmeldung via Mail (info@sdsaar.de) oder bei der jeweiligen Veranstaltung.

  • 19. September 2022 | 18:00 Uhr
  • Politische Akademie der SDS
    Europaallee 18
    66113 Saarbrücken

  • Livestream bei YouTube

  • AnsprechpartnerIn
    Dr. Verena Paul
    0681 906 26 - 24
    vp@sdsaar.de


Prof. Dr. Dietmar Süß

geb. 1973, studierte Geschichte, Soziologie und Rechtswissenschaften an der FernUniversität Hagen, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universidad de Cantabria, Santander (Spanien) und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Heute lehrt er Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg. Seine mehrfach ausgezeichneten Forschungen beschäftigen sich u.a. mit der Geschichte der sozialen Bewegungen, der Geschichte der Arbeit und des Nationalsozialismus. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, u.a. „Solidarität. Eine Geschichte vom 19. Jahrhundert bis zur Corona-Krise" (2021, zusammen mit Cornelius Torp).

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© Klaus Satzinger-Viel / Fotostelle Universität Augsburg


Was unsere Gesellschaft zusammenhält
Ein Faktencheck

In unserem ersten Themenschwerpunkt richten die ReferentInnen ihren Fokus gerade nicht auf die Untergangsszenarien, sondern suchen auf der Basis der Problemlage nach Lösungsmöglichkeiten, nach dem Kitt, der unserer Gesellschaft zusammenhält. So fragen sie beispielsweise, welche Rolle Solidarität spielt, wie ein Wir-Gefühl (auch jenseits von Fußballeuphorie) und insofern ein vertrauensvolles, besonnenes Miteinander generiert werden kann.